Wenn bekannt ist, auf welche Pollen für Ihre allergischen Beschwerden verantwortlich sind, besteht die Möglichkeit, eine Immunisierung in Form einer Hyposensibilisierung durchführen zu lassen. Diese wird auch als spezifische Immuntherapie (SIT) bezeichnet.
Bei der Hyposensibilisierung handelt es sich allerdings um eine aufwändige Therapie, die über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden muss. Rechnen Sie damit, dass die Therapie über etwa drei Jahre, außerhalb der Pollensaison, durchgeführt wird.
Die Hyposensibilisierung wird nicht während der Pollensaison in den Herbst- und Wintermonaten durchgeführt, da das zusätzliche Spritzen der Allergene während des Pollenfluges eine zu große Belastung für den Körper darstellen würde.
Durch die Hyposensibilisierung wird der Patient langsam an das Allergen gewöhnt, wobei dieses in regelmäßigen Abständen und leicht steigenden Dosen verabreicht wird. Hierbei wird das Allergen vom Arzt unter die Haut gespritzt, wobei es meist zu einer leichten allergischen Reaktion (Jucken, Quaddel) in diesem Bereich kommt. Nach der Behandlung muss der Patient für etwa eine halbe Stunde zur Beobachtung in der Praxis bleiben, um starke allergische Reaktionen, wie etwa den lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock, auszuschließen. Treten während dieser Beobachtungszeit starke Beschwerden wie heftiges Kribbeln im Hals oder Atemnot auf, sollte der Arzt sofort informiert werden, damit dieser Gegenmaßnahmen ergreifen kann. Da die Hyposensibilisierung recht zeitaufwändig ist und der Patient 1-2 in der Woche zur Behandlung in der Praxis erscheinen muss und anschließend eine halbe Stunde Wartezeit in Kauf zu nehmen hat, kommt für viele Berufstätige diese Art der Behandlung nicht in Frage.
Alternativ kann die Hyposensibilisierung seit einigen Jahren auch in Form von Tropfen durchgeführt werden. Die so genannte sublinguale Immuntherapie (SLIT) kann vom Allergiker zu Hause angewandt werden, wobei die Dosierung langsam gesteigert wird.
Grundsätzlich kann man sagen, dass eine Hyposensibilisierung bei Pollenallergien vielen Menschen Linderung verschafft. Mit einer Besserung ist zwar nicht sofort zu rechnen, sondern erst im Laufe mehrerer Monate, wenn die Allergen-Dosen bereits gesteigert wurden. Das Ergebnis fällt bei jedem Allergiker anders aus. Wer jedoch dauerhaft unter allergischen Beschwerden leidet, sollte eine Hyposensibilisierung auf jeden Fall in Betracht ziehen.
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